Die Idee entstand nicht am Reißbrett, sondern aus Frustration. Drei Musiker, die jahrelang nach Proberäumen gesucht hatten, die nicht nach Schimmel rochen oder deren Equipment funktionierte. Die erlebt hatten, wie schwer es ist, als unbekannte Band überhaupt auf eine Bühne zu kommen.
2018 haben wir den ersten Raum selbst umgebaut. Eine alte Lagerhalle, deren Besitzer froh war, dass überhaupt jemand Interesse zeigte. Dämmung, Verkabelung, Wandfarbe – alles in Eigenregie. Das Equipment stammte teilweise aus Insolvenzverkäufen, teilweise aus unseren eigenen Kellern.
Wir wissen, wie es ist, wenn die Bassdrum nicht richtig klingt, weil der Raum zu hallig ist. Wenn das Schlagzeug zur nächsten Probe abgebaut werden muss, weil der Raum nur stundenweise verfügbar ist. Wenn man auf jeder Bühne von vorne anfangen muss, weil niemand die Band kennt.
Diese Erfahrungen prägen unsere Arbeit. Wir behandeln Bands nicht als Kunden, die man durchschleusen muss, sondern als Kollegen. Die Preise sind kalkuliert, um die Kosten zu decken, nicht um maximalen Profit zu erzielen.
Keine Event-Agentur mit Hochglanz-Portfolio. Kein Studio mit Goldenen Schallplatten an der Wand. Keine Plattform, die Erfolg verspricht, den sie nicht halten kann.
Wir sind eine Anlaufstelle für Bands, die ihre Musik ernst nehmen, aber nicht das Budget größerer Produktionen haben. Die einen Ort brauchen, an dem sie arbeiten können, ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Die Räume werden von Musikern betreut, nicht von Hausmeistern. Wenn Equipment ausfällt, wird es repariert oder ersetzt, nicht monatelang ignoriert. Buchungen laufen unkompliziert, Verfügbarkeit wird täglich aktualisiert.
Bei der Vermittlung von Auftritten setzen wir auf Ehrlichkeit. Wir sagen Bands, ob ihre Chancen realistisch sind oder nicht. Niemand zahlt für leere Versprechungen.
Mittlerweile betreuen wir vier Standorte in unterschiedlichen Stadtteilen. Jeder hat seinen eigenen Charakter. Der Keller in Friedrichshain mit den niedrigen Decken und der druckvollen Akustik. Die Halle in Kreuzberg mit der mobilen Trennwand, die aus einem großen Raum zwei kleinere macht.
Alle Räume sind schallisoliert, auch wenn das bei den Altbauten mehr Aufwand bedeutete als bei den Industriebauten. Die Nachbarn sollen nicht leiden, nur weil wir Musik machen wollen.